Unsere Forschung orientiert sich an der klinischen Relevanz.

Wir orientieren uns an wissenschaftlichen Standards.

Therapie

Seit 2001 ist das graduierte Programm zur Wiederaufnahme des Sports (Engl. graduated return-to-sport programme) der Gold-Standard nach Gehirnerschütterung. Dies beinhaltet eine Ruhephase, bis die Initialsymptome abgeklungen sind. Unsere Therapie-Projekte evaluieren, den Einfluss von körperlicher Aktivität (ohne Risiko von Kontakt oder Kopfverletzung) und spezifischer (vestibulärer und okulomotorischer) Therapiemassnahmen auf die Dauer bis zur Wiederaufnahme des Wettkampfsports bei unterschiedlichen Diagnosen und im Vordergrund stehenden Symptomen.

Screening

Eine der Hauptherausforderungen ist die bisher fehlende Möglichkeit der Abschätzung des Verletzungsschweregrads einer Kopfverletzung am Spielfeldrand und im Wettkampfgeschehen, da es sich bei einer Gehirnerschütterung um eine dynamische Verletzung handelt, deren Verlauf sich nach dem Ereignis plötzlich und unerwartet verändern kann. Unser Kooperationsprojekt “Verbesserung der Diagnostik auf dem Spielfeld/am Spielfeldrand” befasst sich mit der Entwicklung eines kombinierten Tests zur Erfassung relevanter neurologischer Funktionen. Die Resultate sollen den Teamarzt / das betreuende medizinische Team in seinem Entscheid unterstützen, ob der Spieler für den weiteren Wettkampf freigegeben werden kann oder aus dem Wettkampf herausgenommen und allenfalls direkt ins Krankenhaus überwiesen werden soll.

Diagnostik

Zusätzlich zur Prävention von Kopfverletzungen und dem unmittelbaren Screening am Spielfeldrand ist die optimale medizinische Betreuung von Sportlern nach einem Kopftrauma zentral. Aufgrund der unterschiedlichen therapeutischen Konsequenzen gilt unser diagnostisches Hauptinteresse nach einem Kopftrauma der Unterscheidung zwischen einer primär zentralen Funktionsstörung (Gehirnerschütterung oder -verletzung) und einer peripheren Störung im Bereich des Gleichgewichtsorgans im Innenohr (Innenohrerschütterung oder -verletzung) bzw. der Halswirbelsäule. Präsaisonale Basistestungen helfen, auch geringe Auffälligkeiten zu identifizieren, die der Sportler im Alltag nicht bemerkt. Zudem können “normwertige” Befunde nach Kopfverletzung für die Ausübung einer Sportart einen Krankheitswert haben. Wir befassen uns mit der Entwicklung und Zusammenstellung einer für den Sportler idealen Testbatterie, so dass die unterschiedlichen neurologischen Systeme auf möglichst objektive Art untersucht werden, um eine möglichst rasche und sichere Wiederaufnahme des Sports zu gewährleisten.

Mögliche Langzeitfolgen

Langzeitfolgen von (wiederholten) Kopfverletzungen werden kontrovers diskutiert. Vor allem geht es um den Einfluss von Kopfverletzungen auf die Entwicklung neurodegenerativer Erkrankungen (wie chronisch traumatische Enzephalopathie, Alzheimer Demenz oder leichte kognitive Beeinträchtigung) und affektiver Störungen (wie Angst oder Depression). Unser Multicenter-Projekt (“Long-term health problems of former elite football players”) befasst sich mit den Auswirkungen von Fussball auf die kognitive Leistungsfähigkeit nach Beendigung der Profi-Karriere.